PSYCHOHYGIENE – DIE VERGESSENE DISZIPLIN

„DENTAL SCHLÄGT MENTAL“ – BIS JETZT!

Die beste Voraussetzung für ein entspannten Blick auf das Leben, gerade in der zweiten und dritten Lebensphase, ist ein ausgeglichenes Wesen und psychische Gesundheit. Nur, wer sich auch in schwierigen Situationen Gelassenheit und den Blick für Verhältnismäßigkeiten bewahren kann, ist auch anderen eine Stütze, beruflich wie privat. Warum der Begriff der Psychohygiene darum aktueller denn je ist, und wie man sie pflegen kann, erklärt Dr. Helmut Fuchs.

Jeder will es werden, keiner will es sein: alt. Man kennt diesen bekannten Spruch. Und jeder weiß: Irgendwann wird man selbst einmal zu den Alten gehören. Das Thema Alter begeistert natürlich eine Vielzahl von Menschen, die gerade, wie die Wissenschaftsjournalistin Gail Sheehy es nannte, in die dritte Erwachsenenphase kommen – also 70-75 und aufwärts. Man könnte – wie die US amerikanischen Publizistin Liz Carpenter sagen „Altwerden ist „in“, die tollsten Leute tun es…“.

Clevere Autoren nutzen die Chance der aktuellen Thematik am Buchmarkt. Von Lothar Seiwert (“Das neue Zeitalter”) bis zum Lebenskunstphilosophen Wilhelm Schmid (“Gelassenheit – Was wir gewinnen wenn wir älter werden”) wird das Thema gründlich beleuchtet. Was heißt das aber, alt werden, altern? Wie verändert man sich seelisch, geistig und körperlich, ohne dass eine ernstere Krankheit die letzte Erwachsenenphase zusätzlich erschwert? Eine nicht leicht zu beantwortende Frage, deren Antwort eigentlich bereits in der Kindheit beginnt: Wir sind nicht vorbereitet auf eine Situation – und das ist nicht außergewöhnlich – die immer erst dann diskutiert oder beklagt wird, wenn hinderliche oder gar belastende Konsequenzen drohen. Warum sich nicht schon einmal zuvor mit den natürlichen Veränderungen des fortschreitenden Lebens vertraut machen? Schon im Kindesalter kann mit regelmäßigen Charakterübungen, wie wir sie in unserem Buch „Die 20 Minuten Erziehung“ (www.20Minuten-Erziehung.de) praxisnah dargestellt haben, die Psychohygiene frühzeitig nahe gebracht werden.

Wie altert man “richtig”?

Letztlich kann man sagen: „Man altert, wie man gelebt hat!“ Daneben gibt es aber, wie Gerontologen herausgefunden haben, eben auch eine Reihe weiterer Faktoren, die diesen Entwicklungsgang maßgeblich beeinflussen. Dazu gehören im Guten wie im Schlechten ein fundierter/unzureichender Bildungs-, Qualifizierungs- und Informationsstand, die konstruktive oder resignierte Zieleinstellung zum Altern und zum Alter, der sinnvolle oder kräftezehrende Wechsel gewohnter Milieuverhältnisse, ertragbare oder ungünstige Arbeits- und Lebensbedingungen, ein angepasster oder belastender Arbeitseinsatz, hilfreiche oder fehlende Ausgleichs- und Erholungsmöglichkeiten, der kontrollierte Konsum von Genussmitteln und Medikamenten bzw. eine insgesamt „gesunde“ Lebensführung – oder ein selbstzerstörerisches Fehlverhalten in dieser Hinsicht. (Faust)
Es bleibt die Schlussfolgerung: Es gibt präventiv noch einiges zu tun. Und am besten rechtzeitig. Jetzt kommt die Psychohygiene ins Spiel.

Eine kleine Geschichte der Psychohygiene

Letztlich kann man sagen: „Man altert, wie man gelebt hat!“ Daneben gibt es aber, wie Gerontologen herausgefunden haben, eben auch eine Reihe weiterer Faktoren, die diesen Entwicklungsgang maßgeblich beeinflussen. Dazu gehören im Guten wie im Schlechten ein fundierter/unzureichender Bildungs-, Qualifizierungs- und Informationsstand, die konstruktive oder resignierte Zieleinstellung zum Altern und zum Alter, der sinnvolle oder kräftezehrende Wechsel gewohnter Milieuverhältnisse, ertragbare oder ungünstige Arbeits- und Lebensbedingungen, ein angepasster oder belastender Arbeitseinsatz, hilfreiche oder fehlende Ausgleichs- und Erholungsmöglichkeiten, der kontrollierte Konsum von Genussmitteln und Medikamenten bzw. eine insgesamt „gesunde“ Lebensführung – oder ein selbstzerstörerisches Fehlverhalten in dieser Hinsicht. (Faust)
Es bleibt die Schlussfolgerung: Es gibt präventiv noch einiges zu tun. Und am besten rechtzeitig. Jetzt kommt die Psychohygiene ins Spiel.

Psychohygiene ist die Lehre vom Schutz und dem Erlangen der psychischen Gesundheit. Einer der wichtigsten Wegbereiter dieser längst vergessenen Disziplin war Prof. Dr. Heinrich Meng, der 1929 zu den Mitbegründern des Frankfurter Psychoanalytischen Instituts/Sigmund-Freud-Institut gehörte. Er folgte nach der Auflösung des Instituts im Jahre 1933 dem Angebot einer Schweizer Erziehungsinstitution nach Basel, um dort auf den Gebieten der Pädagogik und Psychohygiene seine Lehren weiter zu entwickeln. Schon nach vier Jahren erhielt er einen Lehrauftrag der Universität Basel und denn Lehrstuhl für Psychohygiene. Hier hat Meng in den Nachkriegsjahren ein Forschungszentrum errichtet, zu dem aus aller Welt Gelehrte pilgerten. Mit großzügiger Unterstützung Schweizer Verlage baute er eine wissenschaftliche Bibliothek der Psychohygiene auf. Gleichzeitig wurden in der Schweiz und in anderen Ländern Gesellschaften für Psychohygiene gegründet, die sich den vielfältigen, vorwiegend praktischen Aufgaben des psychischen Gesundheitsschutzes widmeten.

Ein zentraler Stützpfeiler einer gelebten Psychohygiene war für ihn die heitere, gelassene Lebensführung, wie sie gerade heute die neue Disziplin der LAUNOLOGIE bereitstellt.

Um es auf einen kurzen Nenner zu bringen: Die älteste Volksweisheit in dieser Hinsicht hat Recht: Lachen ist die beste Medizin. Wer lacht, lebt länger – und vor allem gesünder. Der geniale medizinische Aphorismenkönig Prof. Dr. Gerhard Uhlenbruck erzählt dazu den Mediziner-Witz zum Nutzen der Psychohygiene: „Wie alt sind Sie? 53 Jahre. Wenn Sie gesünder gelebt hätten, könnten Sie schon 63 sein!“ Alle sind sich einig: Mentale Gesundheit ist die wichtige, erstrebenswerte Leitschiene erfolgreichen Alterns.

Die launologische Revolution

Fast alle modernen Menschen, erklärt uns die Launologie detailliert, haben eines gemeinsam: Sie kennen Karius und Baktus, aber keine einzige Übung zur Psychohygiene. Dabei wäre es dringend angebracht, sich angesichts der sprunghaft wachsenden Zahl der Burnout-Erkrankungen, Depressionen und anderen damit zusammenhängenden Krankheitsbildern mit der eigenen Psychohygiene ernsthaft und handlungsstark zu beschäftigen.

Vor 10 Jahren gründete ich nach Erscheinen des Buches „Gefühlsterroristen“ (erschienen gemeinsam mit Dr. Andreas Huber im dtv-Verlag) und vielen Radiointerviews und Talkshowauftritten die Protowissenschaft LAUNOLOGIE und das WIFAL-Institut (Wissenschaftliches Institut für angewandte Launologie), zurzeit ansässig in Berlin.

Als wissenschaftlicher Leiter entwickelte ich gemeinsam mit verschiedenen Hochschulen und Unternehmen wirksame Trainingsprogramme und Analysen zur Stärkung der emotionalen Belastbarkeit und einer heiteren und gelassenen Grundeinstellung. Ein wirksames emotionales Schutzschild in der Bedrohung durch die ebenso wachsende Zahl von Gefühlsterroristen, Fehlerfixierern und Miesepetern ist das 10-Tages-Trainingsprogramm, das mittlerweile von den ersten Probanden erfolgreich angewendet wurde. Auch die Ratgeberbücher „Die launologische Revolution“ und „Gut gelaunt gewinnt“ helfen Menschen, die alte Disziplin der Psychohygiene wieder zu aktivieren und die heitere Gelassenheit als Zielsetzung einer umfassenden Selbstsorge und Psychohygiene zu starten.

Es kommt auf die innere Haltung an

Die innere Haltung bestimmt unser Verhalten mehr als wir lange Zeit wahrhaben wollten, so lautet eine zentrale Botschaft der Launologie. Sie entscheidet mit, ob wir krank oder wieder gesund werden, ob wir erfolgreich unser Leben gestalten und letztlich sogar über unser Aussehen und unsere Attraktivität.

Wer sein Potenzial voll entfalten will, muss die eigene Begeisterungsfähigkeit wachhalten. Das Selbsterzeugen von Begeisterung ist Psycho-Doping pur, erklärte uns die Neurobiologie.

Neurobiologe Hüther sagt dazu in seinem Buch „Was wir sind und was wir sein könnten“: „Das kennen wir alle: Wenn einem etwas wirklich wichtig ist, dann strengt man sich auch an, um es zu erreichen. Wenn es dann tatsächlich klappt, ist man hellauf begeistert. Und immer dann, wenn man sich so richtig für etwas begeistert, wenn es einem unter die Haut geht und man etwas besonders gut hinbekommen hat, wird im Mittelhirn eine Gruppe von Nervenzellen erregt.

Die schütten dann an den Enden ihrer langen Fortsätze einen Cocktail neuroplastischer Botenstoffe aus. Zum Leidwesen aller tapferen Pflichterfüller passiert das nie im Routinebetrieb des Gehirns, wenn man all das abarbeitet, was anliegt, sondern nur in diesem wunderbaren Zustand der Begeisterung. Die bekanntesten dieser neuroplastischen Botenstoffe heißen Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin, auch Peptide wie Endorphine und Enkephaline gehören dazu. Sie alle lösen auf die eine oder andere Weise in nachgeschalteten Nervenzellen eine rezeptorvermittelte Signaltransduktionskaskade aus. All jene neuronalen Netzwerke werden ausgebaut und verstärkt, die im Hirn aktiviert worden waren, um genau das zustande zu bringen, was der betreffenden Person ganz besonders am Herzen lag.

Das Gehirn wird so, wie man es mit Begeisterung benutzt!

Dachte man, nachdem man die kartografierte Zentrenlehre der Phrenologen bis Mitte des letzten Jahrhunderts überwunden glaubte, irrtümlich, das Gehirn wäre wie ein Computer und auch so zu benutzen, schloss sich die Sichtweise der 90er Jahre an, dass das Gehirn – quasi wie ein Muskel – so wird, wie man es benutzt.

Falsch!

Mittlerweile wissen wir es besser: Das Gehirn wird nicht so, wie man es benutzt, sondern so, wie man es mit Begeisterung benutzt. Nur die innere Haltung, die stark ausgeprägt ist, also einem Menschen wichtig ist, kann ihn auch begeistern.

Es kommt also nicht auf die Umwelt an, die Personen, Situationen und Ereignisse, nicht den Chef, den Kunden, den Ehepartner, sondern die persönliche subjektive Bewertung in Form der „inneren Haltung“, also das, was der betreffende Erwachsene oder das betreffende Kind in dieser jeweiligen »Umwelt« stark ausgebildet hat oder aktuell ausbildet, was er wichtig findet, wofür er oder sie sich interessiert und begeistert.

Wollen wir also wissen, wieso Menschen so werden wie sie sind, oder werden wollen, müssen wir herausfinden, welche innere Haltung in der „Das Gehirn wird nicht so, wie man es benutzt, sondern so, wie man es mit Begeisterung benutzt.“ „Es kommt auf die innere Haltung an.“ Zukunft-Training • November 2014 | 23 Vergangenheit durch Erziehung und Sozialisationspartner ausgebildet wurde, welche Haltungen aktuell ihr Leben bestimmen und welche Haltungen auf dem Hintergrund der Lebensziele wichtig werden können.

Denn er wird sich nur für das begeistern, wofür er eine ausgeprägte Aufmerksamkeit ausgebildet hat. Dafür kann er sich dann auch begeistern, und nur wenn sich ein Mensch für etwas begeistert, werden die neuronalen Netzwerke hergestellt und gestärkt, die der betreffende Mensch in diesem Zustand der Begeisterung nutzt.

Innere Gelassenheit als Glücksrezept

Vielleicht bis zu 100 Mal am Tag können Kinder, die in einer fördernden Umwelt aufwachsen, diese Begeisterung erleben und jeder dieser kleinen Begeisterungsstürme führt – wie Hüther es formuliert – dazu, dass im Hirn die Gießkanne mit dem Dünger angestellt wird, der für alle Wachstums- und Umbauprozesse von neuronalen Netzwerken gebraucht wird. Was aber ist in der heutigen Welt eine besonders bedeutsame innere Haltung? Wofür könnten wir nicht nur uns und unsere Kinder, sondern auch andere Menschen begeistern? Was wird gesellschaftlich wichtig werden?

Der amerikanische Psychologie-Papst Martin Seligman hat dazu weltweit geforscht und ist überzeugt, dass wir diese innere Haltungen, die wir auch Stärken oder Charakterstärken nennen können, auf 24 Grundstärken einengen können – und dies ist der Weg zur Königsdisziplin „innere Gelassenheit“, dürfen wir Launologen ergänzen.

Die Frage, die sich natürlich stellt, ist, wie man herausfindet, welche inneren Haltungen in uns wie prominent ausgebildet sind.

Kann man das herausfinden? Ja, man kann! Ganz aktuell haben wir gemeinsam mit Prof. Dr. Dr. Hennig, Neurobiologe und weltweit anerkannter Persönlichkeitspsychologe an der Justus-Liebig-Universität Gießen nach mehrjähriger Arbeit mit CHARA 24 mit einer neuartigen bildgestützten Befragung eine umfassende Stärkenanalyse vorgestellt, mit deren Hilfe die persönlichen Entwicklungsfelder hilfreich markiert werden können.

Jetzt beginnt die tägliche Psychohygiene – die beste Vorbereitung auf glückliches Altern

Die analysierten vernachlässigten Charakterstärken wie zum Beispiel Dankbarkeit oder Rücksicht können dann durch tägliches Üben mit entsprechenden einfach psychohygienischen Übungen wieder in den Mittelpunkt gerückt und gezielt ausgebildet werden. Und das unabhängig vom Alter oder der Intelligenz. Bereits einfache morgendliche mentale Rituale können schon nach kurzer Übungszeit erstaunliche Erfolge erzielen. Das wachsende Bewusstsein für die Bedeutung der psychohygienischen Selbstsorge verknüpft die auftretende heitere Gelassenheit als Stressprophylaxe mit weiteren gesundheitsfördernden Ergebnissen. Mit regelmäßig durchgeführten Charakteranalysen lassen sich dann die erzielten Veränderungen motivationssteigernd festhalten und weiter ausbauen. Mehr dazu unter www.chara24.de