(in Anlehnung an Rolf Merkle und Wilhelm Schmid)

„Ermutigen kann die Idee der Selbstfreundschaft alle, die sich erschöpft und ausgebrannt fühlen. Balsam kann sie für diejenigen sein, für die das Selbst zur Wunde geworden ist, aufgerissen von Anderen, vom Leben, von unguten Verhältnissen. Eine Perspektive kann die Stärkung der Selbstbeziehung denen bieten, die mit sich allein zurechtkommen müssen und daran nichts ändern können oder wollen. Nicht zuletzt kann sie Menschen weiterhelfen, die nur Selbstverzicht und Pflichterfüllung kennengelernt haben und es als Befreiung ihres Lebens empfinden, sich auch um sich selbst kümmern zu dürfen, ohne sich den Gefahren einer übertriebenen Selbstliebe aussetzen zu müssen.“ schreibt  Prof. Dr. Wilhelm Schmid in seinem neuen, im März 2018 erscheinenden Buch zum Thema „Selbstfreundschaft“.

 

Sei dein bester Freund und nicht dein schlimmster Feind

Na, wie sieht es bei Ihnen aus?

Fühlen Sie sich öfters ungeliebt und unbeliebt?

Fühlen Sie sich öfters ignoriert?

Vergleichen Sie sich sehr häufig mit anderen?

Können Sie sich selbst oft keine Fehler verzeihen?

Können Sie sich selbst nicht wirklich richtig leiden?

Machen Sie sich selbst runter und schlecht?

Machen Sie sich selbst oft die größten Vorwürfe?

Trauen Sie sich selbst meistens wenig zu?

Dann wird es jetzt wichtig, dass Sie lernen, sich so zu akzeptieren und anzunehmen, wie Sie sind und lernen, sich selbst ein Freund zu sein. Denn nur durch Selbstfreundschaft werden Sie viele Ihrer persönlichen Probleme überwinden.

Und es hat noch einen Vorteil, wie der Lebenskunstphilosoph Wilhelm Schmid schmunzelnd voranstellt:

Wer mit sich selbst befreundet ist, ist nie allein – er hat immer einen Freund dabei.

So wie eine Freundschaft zwischen zwei Menschen wachsen und reifen muss, so muss auch die Freundschaft zu sich selbst wachsen und reifen. Dies trifft umso mehr zu, wenn Sie bisher sich selbst abgelehnt und sich mehr ein Feind als ein Freund waren.

Die Chance, aus einem Feind einen Freund zu machen, ist umso größer, je mehr ich ihm durch mein Verhalten zeige, dass ich ihn liebe und annehme. Mit der Zeit werden seine Abwehr und sein Misstrauen schwächer und er wird zum Freund.

Überhaupt gibt es sehr viele Parallelen zwischen der Freundschaft zu einem anderen Menschen und der Freundschaft zu sich selbst. Schauen wir uns deshalb einmal an, was eine gute Freundschaft zu einem anderen Menschen ausmacht.

Stellen Sie sich einmal Ihren besten Freund oder Ihre beste Freundin vor. Wie verhalten Sie sich ihm oder ihr gegenüber? Was tun Sie, um die Freundschaft zu pflegen und zu stärken? Vermutlich verhalten Sie sich so:

Sie sind für den anderen da, wenn er Sie braucht.

Sie helfen ihm, wo Sie können.

Sie lassen ihn nicht im Stich, wenn er Probleme hat.

Sie versuchen, ihn aufzurichten, wenn er deprimiert ist.

Sie machen ihm Mut, wenn er mutlos ist.

Sie haben Verständnis für ihn, wenn er Fehler macht.

Sie verzeihen ihm, wenn er schlecht gesprochen oder gehandelt hat.

Sie sagen ihm nette Dinge.

Sie halten auch in schwierigen Zeiten zu ihm.

Sie machen ihm kleine Geschenke.

Sie respektieren ihn und seine Meinung.

Sie nehmen ihn ernst und machen sich nicht lustig über ihn.

Sie sind offen und ehrlich zu ihm.

Sie sind ihm gegenüber tolerant.

Sie trösten ihn, wenn es ihm schlecht geht.

Mit sich selbst Freundschaft zu schließen, bedeutet, zu sich selbst so zu sein wie zu seinem besten Freund: verständnisvoll, rücksichtsvoll, verzeihend, unterstützend, vertrauensvoll, zuversichtlich, tolerant.

 

Behandeln Sie sich selbst so, wie Sie von einem guten Freund behandelt werden möchten.

Das bedeutet:

Vermeiden Sie alle Selbstkritik und Selbstverurteilung.

Haben Sie Verständnis für sich, wenn Sie Fehler machen.

Haben Sie Geduld mit sich, wenn Ihnen etwas nicht gelingt.

Sprechen Sie sich selbst Mut zu, wenn Sie verzweifelt sind.

Geben Sie sich selbst die Unterstützung und Hilfe, die Sie auch Ihrem

besten Freund geben würden.

Man muss die Freundschaft zu einem anderen Menschen pflegen. So ist das auch mit der Freundschaft zu sich selbst. Man muss sich immer wieder aufs Neue darum bemühen.

Wenn wir eine echte Freundschaft zu uns aufbauen wollen, dann dürfen wir nicht

  1. an uns zweifeln,
  2. uns für Fehler verurteilen und
  3. uns mit anderen vergleichen.

 

Glauben Sie an sich

Wie können wir von uns erwarten, Großes zu leisten, wenn wir ständig an uns zweifeln, uns für unfähig und dumm halten, uns ständig kritisieren und klein machen?

Wir können nur dann im Leben persönlich und beruflich erfolgreich sein, wenn wir an uns glauben, wenn wir uns Tag für Tag bewusstmachen, dass wir die Kraft und Fähigkeit haben, unser Leben zu meistern.

Nur wenn wir uns selbst Mut zusprechen können und uns selbst nicht aufgeben, dann haben wir die Kraft und die Ausdauer, Probleme zu lösen und unsere Ziele zu erreichen.

Der Glaube an sich selbst und sein Können sind der Grundstein für ein erfolgreiches und erfülltes Leben.

 

Zitat Selbstachtung

Wenn du dich selbst achtest, dann bleibt dir deine Selbstachtung erhalten, auch wenn andere dich ablehnen.

Der positiven Tat geht immer das positive und sich selbstbejahende Denken voraus. Das fällt einem nicht in den Schoß, vor allem, wenn man als Kind eher gelernt hat, an sich und seinen Fähigkeiten zu zweifeln.

So wie Muskeln, die wir nicht gebrauchen, verkümmern, so verkümmert unser Selbstvertrauen, wenn wir es nicht täglich aufs Neue praktizieren. Das selbstbejahende Denken muss ebenso zur Gewohnheit werden wie die täglichen Mahlzeiten oder der Gang zur Arbeit.

 

Haben Sie Mut zu Fehlern

Ein gutes Selbstvertrauen hängt sehr stark von einem positiven Selbstwertgefühl ab. Beide, Selbstvertrauen und ein positives Selbstwertgefühl sind ebenso voneinander abhängig, wie die Pflanze Wasser benötigt, um zu gedeihen.

Ohne ein positives Selbstwertgefühl kann man auch kein Selbstvertrauen entwickeln. Selbstvertrauen zu haben, bedeutet, sich mit seinen Stärken und Schwächen zu akzeptieren. Es bedeutet, auf sich selbst vertrauen und bauen zu können.

Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen stärken

Selbstvertrauen kann man jedoch nur entwickeln, wenn man das Risiko eingeht, Fehler zu machen, und den Mut hat, negative Erfahrungen zu machen.

Vielleicht haben Sie auch schon einmal gedacht: „Ich würde gern dieses oder jenes tun, aber es fehlt mir einfach an Selbstvertrauen.“

Selbstvertrauen erlangt man nur dadurch, dass man das tut, worin man Selbstvertrauen erlangen will.

Denken Sie nur einmal an Ihre ersten Fahrstunden zurück. Sie erlangten erst nach vielen Stunden eine gewisse Sicherheit und ein Vertrauen in Ihre Fahrkünste.

Sie wussten: „Ich muss mich hinters Steuer setzen und fahren und mit der Zeit bekomme ich Sicherheit.“ So ist es auch mit all den anderen Dingen im Leben. Man muss tun, wovor man Angst hat, und erst mit der Zeit wächst das Selbstvertrauen.

Erlauben Sie negativen Erfahrungen nicht, Sie mutlos zu machen. Sonst geht es Ihnen wie jener Katze, die auf einen heißen Ofen gesprungen ist.

Diese schmerzliche Erfahrung bewirkte, dass die Katze nie mehr auf einen Ofen sprang – egal, ob er kalt oder heiß war.

 

Stellen Sie keine Vergleiche an

Wir Menschen haben die Neigung, uns ständig mit anderen Menschen zu vergleichen. Dies ist jedoch ein großer Fehler.

Wenn wir uns mit anderen vergleichen, dann ist das so, als würden wir einen Apfel mit einer Orange vergleichen. Das wäre jedoch Unsinn. Äpfel und Orangen sind zu verschieden, als dass man sie miteinander vergleichen könnte.

So ist es auch mit den Menschen. Kein Mensch ist wie der andere. Jeder Mensch hat in seinem Leben unterschiedliche Erfahrungen gesammelt, die ihn geprägt haben. Jeder Mensch hat unterschiedliche Startbedingungen gehabt.

Jeder wurde zu Hause und in der Schule unterschiedlich gefördert. Jeder Mensch verfügt über unterschiedliche Fähigkeiten und Talente. Deshalb kann man sich auch mit anderen Menschen nicht vergleichen.

Viel Erfolg

Ihr

Helmut Fuchs