Einsamkeit, liebe Freunde,  ist und wird ein wichtiges Thema und kann natürlich auch in unserem Betrachtungskontext der Psychohygiene nicht unerwähnt bleiben.

 

Wie wichtig ein solches Phänomen aktuell ist oder werden wird, kann man spätestens dann erkennen können, wenn Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer mit diesem Thema in den üblichen Talkshows aufkreuzt.

 

„Hat der Mann denn kein zuhause“, habe ich mich bei seinem letzten Buch „Soziale Demenz“ gefragt, als wochenlang seine Präsenz in den Medien schon lästig wurde, besonders, weil er keine Meinung außer seiner, durchaus aggressiven, Sichtweise gelten lässt. Passend zieht er die für Ihn brauchbaren Studien aus der Tasche und legt los. Diese einseitige und apodiktische Einordnung hat einen klugen Wissenschaftler der Fraunhofer Gesellschaft in einer Talkshow mal fast zur Weißglut gebracht.

 

Zweifelsohne ist Spitzer ein kluger und redefreudiger Mann und hat ein feines Gespür für „Psychotrends“. So auch beim Thema seines neusten Buches „Einsamkeit“.

 

Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach sagte einmal, „Einsamkeit in der Lebensphase über 60 erhöht die Sterblichkeit so sehr wie starkes Rauchen“.

 

Nähern wir uns dem Thema, so scheint Einsamkeit nicht das Gleiche wie Alleinsein zu sein. Nicht wenige Menschen fühlen sich ausgezeichnet, wenn sie alleine sind.

 

Andere wiederum leiden unter Alleinsein und werden körperlich und psychisch krank. So gibt es tatsächlich Studien, die das anscheinend eindeutig belegen. Chronische Einsamkeit ist demnach so schlimm ist, wie 15 Zigaretten am Tag zu rauchen.

 

„Einsamkeit sollte erstmal positiv gesehen werden: Es ist ein Signal der Psyche, dass etwas nicht stimmt und dass man etwas tun sollte. Erst wenn es chronisch wird, wird es wirklich zum Problem.“ saht Maike Luhmann, Glücksforscherin und Professorin an der Universität Köln.

 

Ihrer Meinung nach wird das oft nicht beachtet und führt dazu, dass Menschen abstreiten, dass sie einsam sind oder es sich auch selbst nicht eingestehen mögen. Was durchaus unangenehme Konsequenzen haben kann. Nicht wenige neigen dazu, wenn sie einsam sind, sich auf bestimmte Arten zu verhalten, die auch  einen Teufelskreis auslösen können, so dass sie letztlich noch einsamer werden, weil sie dann sich vor anderen Menschen zurückziehen oder  vielleicht sogar aggressiv und ein bisschen feindselig werden.

 

„Die Einsamkeit breitet sich in Deutschland epidemieartig aus“ haut Spitzer in den Talkshows zu seinem Buch sofort los und Schuld daran sind wieder einmal u.a. natürlich die Sozialen Medien. (So kann er auch sein älteres Buch „Digitale Demenz in Co-Vermarktung einpacken) Kluger Mann – ich sagte es schon.

 

„Die Digitalisierung bringt Menschen nämlich nicht, wie oft behauptet wird, zusammen, sondern bewirkt eine Zunahme von Unzufriedenheit, Depression und Einsamkeit“, tönt Spitzer. Seiner Meinung nach steige durch Einsamkeit die Wahrscheinlichkeit ernsthaft zu erkranken (Schlafstörungen, Depression und Infektionskrankheiten). Selbst Krebserkrankungen und viele psychische Folgeerkrankungen können durch Einsamkeit begünstig werden und so spricht er publikumswirksam von der Todesursache Nr.1.

 

Professorin möchte nicht so weit gehen und bestätigt aber, dass es als belegt gelte, dass Einsamkeit zu gravierenden psychischen und körperlichen gesundheitlichen Problemen führen könne. Sie sagt: „Chronisch einsame Menschen werden eher depressiv, entwickeln eher Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und sterben sogar früher im Vergleich zu nicht-einsamen Menschen.“ Sie schätzt, dass 10-20% der Menschen in unserem Lande zumindest manchmal von Einsamkeit betroffen sind – hält das Problem aber schon seit Jahrtausenden für existent.

 

Auch die sozialen Medien sieht sie durchaus auch als Chancen, die besonders für Menschen, die das Haus nicht mehr verlassen können, weil sie krank sind oder außerhalb wohnen, die Möglichkeit bieten über Skype und Facebook zum Beispiel soziale Kontakte aufrecht zu erhalten und zu pflegen, viel besser als es früher möglich war. So kann man sich in sozialen Netzwerken austauschen und auch immer aktuell informiert halten.

 

Eben am öffentlichen Leben teilhaben.

Das ist durchaus ein schätzbarer Wert für soziale Kontakte und Beziehungen. Natürlich gibt es Studien, die belegen, dass ein zu hoher Konsum von sozialen Medien auch mit Einsamkeit korreliert. Wobei noch nicht klar ist, was zuerst da war. Sind einsame Menschen häufiger in sozialen Medien unterwegs oder führt der Konsum zur Einsamkeit.

 

Vermutlich geht es in beide Richtungen, meint Maike Luhmann.

 

Also trotz der wieder aggressiven Medienpräsenz zum Thema bei Manfred Spitzer, können wir vermutlich die Kirche im Dorf lassen und sollten trotzdem den Blick nicht abwenden. Augen auf und durchaus darüber nachdenken, dem Einsamen in nächster Nähe einmal etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Ein kurzes Gespräch wird schon oft als sehr wohltuend erlebt.

 

In diesem Sinne „Parole Beppo“ – und wer nicht weiß was das bedeutet kann ja unseren täglichen Daily FOX Videoschnippsel abonnieren.

Wo? – auf www.helmutfuchs.de

 

mit launologischem Gruß,

Euer Helmut Fuchs

 

Studie zu Einsamkeit

Maike Luhmann hat zusammen mit Co-Autorin Louise Hawkley 2016 eine repräsentative Studie zu Einsamkeit in Deutschland veröffentlicht. Die Basis waren Daten aus dem Sozio-ökonomischen Panel.

Der Studie zufolge haben die Ältesten am meisten Probleme mit Einsamkeit. Jeder Fünfte ab 85 klagt darüber – in diesem Alter nehmen gesundheitliche Probleme zu, der Tod von Wegbegleitern wird Realität. Aber: Auch Menschen in der Lebensmitte (46-55 Jahre, 14 Prozent) und jüngere Erwachsene (26-35 Jahre, 14,8 Prozent) fühlen sich häufig einsam. Am wenigsten betroffen sind die jüngeren Alten (66-75 Jahre, 9,9 Prozent).

Hier der link zu Literatur: Einsamkeit – unerkannte Krankeheit, schmerzhaft ansteckend