Da saß ich schwitzend vor meinem Commodore 64 und wusste wieder einmal nicht, ob ich das Problem bin oder der Computer. Und dann kam das euphorieauslösende Geknatter aus der Verbindungsbox rrrrrrrrrrrrrrrrrr und kurz darauf: Jaaaaaa, die Verbindung steht!

 

Das waren noch emotionale Zeiten, ich sag’s Euch Kollegen. Das war noch lange bevor Boris sagte: „Ich bin ja schon drin!“

 

Aktuell sitze ich gerade in einem Ferienhotel im Allgäu und warte wieder einmal auf die Verbindung – 3 wichtige Mails im Ausgang.
Kein Geknattere, keine Gründerzeit-Spannung – nur Frust.

Anruf bei der Rezeption. Antwort: „Vermutlich ist das Netz mit den Kapazitäten am Rosenmontag überlastet. „ Haben Sie „Free login“ gewählt?“ Ja, natürlich habe ich das. Das könnte das Problem sein. Sie sollten einen kostenpflichtigen Login aktivieren – kostet allerdings 12 Euro für 24 Stunden.“ Bei den Hotelpreisen eine Zumutung.

Bei der Recherche fällt mir auf, dass jeder vierte Deutsche eine langsame Internetverbindung hat.

Bei der digitalen Verwaltung liegen wir angeblich auf Platz 20 von 28 EU-Mitgliedsstaaten. In Berlin brauchst du für manche Behördengänge sage und schreibe bis zu 4 Wochen Vorlauf. In Estland und Finnland können sich die Bürger fast alle Gänge auf die Behörde sparen, weil Autozulassungen, Ausweise oder staatliche Zuschüsse elektronisch gestellt werden können.

 

Irre, oder!?

 

Staatlichen Zuschuss hier im Hotel beantragen fällt also flach. Komme ja nicht ins Internet.
Wird sich das bald ändern? Ich sehe schwarz.

Haben wir die digitale Revolution gar nicht mitbekommen? „Wir waren nicht ehrgeizig genug. Aber das ändert sich jetzt. Ab 2018 gilt Digitalisierung zuerst “, meinte unsere Digitalministerin Dorothee Bär in Berlin und lehnte sich genüsslich an den Prototypen eines Volocopter.

Was ist ein Volocopter? Ein Volocopter fliegt autonom. Also ohne Piloten. Das Flugtaxi hat zwei Sitzplätze, hat 30km Reichweite und kann schnell von A nach B düsen. In Dubai fliegen die Volocopter angeblich bereits im Testbetrieb – auch Daimler und Intel zählen zu den Investoren.

Na Klasse, dann kann ich ja demnächst vielleicht meine nichtversendeten Emails mit dem Flugtaxi direkt hinschicken.

Ich bin ja wirklich sehr gespannt, liebe Freunde, wie das weitergeht. Ob Dorothee uns vielleicht doch einen „Bären“ aufbindet…?!

Auf alle Fälle ist es ermutigend, dass sich anscheinend jemand der Sache annimmt. Bleiben wir also launologisch im Zustand des vorurteilsfreien Staunens und harren der Dinge, die da kommen.

 

Ob ich meinen Newsletter heute rausbekomme – wer weiß.

 

Ach ja für die Optimisten – hier der link zur Zukunft: Volocopter

PS: Habe einen Trick gefunden! Schicke meine Mails mit dem Handy weg, hahaha!
Als digitaler Analphabet bin ich stolz auf meine Kreativität.

Wünsche eine bärenstarke Woche,
herzlichst,

Euer
Dr. Helmut Fuchs